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Unser Tarifmodell

Bald wird entschieden, wie Physiotherapie in der Schweiz in Zukunft abgerechnet wird. PROphysio findet: Nicht ausschliesslich die Minute am Patienten sollte zählen, sondern die Wirkung der Behandlung. Deshalb haben wir ein eigenes Tarifmodell entwickelt – als Diskussionsgrundlage, nicht als fertiges Produkt.

Wirkung statt Minuten: Das Tarifmodell der Zukunft von PROphysio


Warum ein eigenes Modell?

Der neu eingereichte Tarif rechnet vor allem eines ab: Zeit. Jede Minute am Patienten zählt für die Rechnung – unabhängig davon, ob sie den Therapieerfolg wirklich voranbringt. Ein gesundheitsökonomisches Gutachten zeigt, wohin das führt: Der Zeittarif setzt einen Fehlanreiz, weil er die Länge der Behandlung zum Mass der Vergütung macht statt ihre Wirkung.

Statt nur zu kritisieren, hat PROphysio eine Alternative erarbeitet: ein Modell, das Qualität, Wirkung und eine gute Versorgung fördert – und damit die WZW-Kriterien erfüllt: wirksam, zweckmässig, wirtschaftlich. Der Kernsatz aus unserem Grundlagenpapier:

«Eine gute Tarifstruktur vergütet nicht möglichst viel Zeit. Sie ermöglicht möglichst viel Wirkung.»


Grundlagenpapier Tarife [PDF]



Drei Situationen, drei passende Vergütungsformen

Statt einer einzigen Logik für alle Behandlungen unterscheidet das Modell danach, wie gut sich eine Behandlung im Voraus planen lässt, und arbeitet mit drei Vergütungsformen:

Bei Krankheitsbildern, deren Ablauf sich gut vorhersehen lässt, wird der ganze Behandlungsweg als Pauschale vergütet – von der ersten Abklärung bis zum Abschluss.

Beispiel: Reha nach einer geplanten Knie-Totalprothese

Wenn der Aufwand von Fall zu Fall unterschiedlich ist, wird nicht die Minute, sondern die einzelne Behandlung oder eine Behandlungsphase pauschal vergütet.

Beispiel: Therapie nach einer akuten Sprunggelenks-Distorsion

Bleibt für die Fälle bestehen, bei denen sich der Aufwand nicht sinnvoll standardisieren lässt und Zeit medizinisch die entscheidende Ressource ist.

Beispiel: komplexe neurologische Behandlung nach einem Schlaganfall



Qualität und Ziel als feste Bestandteile einer Behandlung


📈 Qualitätsmodule

Dazu kommen Qualitätsmodule: Wer eine bestimmte Leistung abrechnen will, muss zuerst nachweisen, dass die fachlichen und strukturellen Voraussetzungen dafür erfüllt sind – zum Beispiel eine passende Ausbildung, die richtige Infrastruktur oder eine geeignete Dokumentation. Damit ist Qualität nicht mehr freiwillig, sondern Voraussetzung für die Abrechnung.


🎯 Ziele

Und jede Behandlung braucht ein Ziel, das sich überprüfen lässt: Im Erstassessment wird die funktionelle Einschränkung erfasst, ein SMART-Ziel formuliert und ein Baseline-Outcome erhoben. Während der Therapie wird ein geeigneter Verlaufsparameter erfasst, beim Reassessment zeigt sich anhand des dokumentierten Outcomes, ob das Ziel erreicht wurde.

Wichtig dabei: Zielerreichung muss nicht immer «Verbesserung» heissen. Bei chronischen oder progredienten Krankheitsverläufen kann auch der Erhalt von Funktion, Selbstständigkeit oder Teilhabe ein legitimes, dokumentiertes Therapieziel sein – dann gilt ein Plateau als Erfolg, nicht als Stillstand.


Live Session: Tarifmodell und Beispiele aus der Praxis

Markus Angst und David Schmidt haben das Tarifmodell in der Live Session vom 14. September 2026 erklärt (ab Minute 45).



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