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Vier Monate PROphysio: «PROphysio soll dauerhaft mitgestalten, wenn über die Zukunft der Physiotherapie entschieden wird»

Vier Monate sind seit der Gründung von PROphysio vergangen. Vier Monate, in denen aus einer Idee und einem dringenden Bedürfnis ein handlungsfähiger Verband entstanden ist.
8. Oktober 2026 durch
Vier Monate PROphysio: «PROphysio soll dauerhaft mitgestalten, wenn über die Zukunft der Physiotherapie entschieden wird»
PROphysio, Team

In dieser kurzen Zeit ist viel passiert: Wir haben Strukturen aufgebaut, über 1’200 Mitglieder gewonnen, erste konkrete Mitgliederleistungen geschaffen und uns politisch wie medial Gehör verschafft.

Zeit für einen Rückblick – und einen Blick nach vorne. Nina Zosso begleitete diese intensive Aufbauphase als Geschäftsleiterin und Präsidentin ad interim. Im Interview erzählt sie, was in den ersten vier Monaten entstanden ist und warum die kommenden Monate besonders wichtig werden.

Nina, vier Monate PROphysio. Wenn du auf diese intensive Zeit zurückblickst: Wo stehen wir heute?

Wir sind mit einer klaren Idee und einem dringenden Anliegen gestartet – einem Anliegen, das direkt aus der Physiotherapie kommt. Die Sotomo-Umfrage hat deutlich gezeigt, wie gross das Bedürfnis nach Veränderung und einer starken Interessenvertretung ist.

Vier Monate später verfügen wir über funktionierende Strukturen, klare Verantwortlichkeiten und bereits über 1’300 Mitglieder. Die fachlichen Inhalte kommen aus dem Vorstand, den Arbeitsgruppen und direkt aus der Praxis. Meine Aufgabe als Geschäftsleiterin ist es, daraus einen handlungsfähigen Verband zu machen, die politische Arbeit zu koordinieren und dafür zu sorgen, dass die Anliegen der Mitglieder gehört werden.

Was ist in dieser kurzen Zeit alles entstanden, damit PROphysio heute so arbeiten kann?

Wir haben in sehr kurzer Zeit einen Verband von Grund auf aufgebaut: mit Vorstand, Geschäftsstelle, Arbeitsgruppen, Mitgliederadministration, Kommunikation und politischer Interessenvertretung. Parallel dazu haben wir erste Dienstleistungen lanciert und einen eigenen Vorschlag für eine zukunftsfähige Tarifstruktur entwickelt.

Diese Aufbauarbeit musste sehr schnell erfolgen, weil der Tarifprozess bereits weit fortgeschritten ist. Heute können wir fachlich, politisch und kommunikativ handeln und unsere Position dort einbringen, wo die Entscheide fallen.

Mit Christa Markwalder übernimmt ab November eine erfahrene Politikerin das Präsidium. Was bedeutet das für PROphysio?

Mit Christa Markwalder konnten wir eine Persönlichkeit gewinnen, die sehr viel politische Erfahrung und ein grosses Netzwerk mitbringt. Sie kennt die politischen Prozesse in Bern und weiss, wie und wo wir uns einbringen müssen, damit unsere Anliegen gehört werden.

Ihre Wahl ist ein wichtiger nächster Schritt für PROphysio und wird uns dabei helfen, unsere politische Arbeit weiter zu stärken.

Neben der politischen Arbeit konnten wir bereits erste konkrete Leistungen für unsere Mitglieder schaffen. Was ist hier entstanden?

Uns war von Anfang an wichtig, dass PROphysio nicht nur politisch arbeitet, sondern seinen Mitgliedern auch im Berufs- und Praxisalltag einen konkreten Nutzen bietet.

Mit der kostenlosen Rechtsberatung steht bereits eine erste wichtige Dienstleistung zur Verfügung. Auch der Tarifzugang ab 2027 ist sichergestellt. Unsere Mitglieder erhalten Zugang zu den relevanten Tarifverträgen; die entsprechenden Gebühren sind im Mitgliederbeitrag enthalten.

Aktuell bauen wir weitere Angebote auf. Dazu gehören Lösungen für die berufliche Vorsorge sowie Sach- und Haftpflichtversicherungen. Auch den Rechtsschutz wollen wir weiterentwickeln. Diese Angebote prüfen wir sorgfältig, damit sie für Physiotherapiepraxen tatsächlich einen Mehrwert schaffen und nicht einfach bestehende Produkte kopieren.

Ergänzt wird dies durch PROphysio Connect, den direkten Austausch innerhalb der Community und weitere Angebote, die Schritt für Schritt dazukommen.

Ein wichtiger Teil der ersten Monate waren auch die PROphysio Connect Events. Warum sind diese Begegnungen für den Verband so wichtig?

Der direkte Austausch ist für uns enorm wertvoll. Bei PROphysio Connect kommen unterschiedliche Perspektiven zusammen. Wir hören, wo der Schuh drückt, welche Themen beschäftigen und was sich unsere Mitglieder von ihrem Verband wünschen.

Viele Gespräche bestärken uns in unserem Weg, andere bringen neue Sichtweisen und wichtige Impulse. So können wir unsere politische Arbeit und unsere Angebote möglichst nah an den tatsächlichen Bedürfnissen der Physiotherapie ausrichten.

Dass die bisherigen Veranstaltungen so zahlreich und gut besucht waren, zeigt uns, wie wichtig dieser persönliche Austausch ist.

Auch politisch und medial hat PROphysio in kurzer Zeit viel Aufmerksamkeit erhalten. Wie erlebst du diese Entwicklung?

Die Resonanz ist enorm. Unsere Themen wurden vom Schweizer Fernsehen, der NZZ, dem Blick, dem Tages-Anzeiger und CH Media aufgegriffen. Das zeigt, dass es nicht nur um einen verbandsinternen Tarifstreit geht, sondern um die Qualität und Zukunft der physiotherapeutischen Versorgung.

Gleichzeitig haben wir in kurzer Zeit eine professionelle politische Interessenvertretung aufgebaut. Wir führen Gespräche mit Parlamentarierinnen und Parlamentariern, Behörden, Versicherern und weiteren Akteuren. Dabei geht es nicht um Lautstärke, sondern darum, belastbare Argumente und konkrete Lösungen einzubringen.

Dass PROphysio heute bereits gehört wird, ist ein wichtiges Signal. Dauerhaftes politisches Gewicht erhalten wir aber nur mit einer starken und repräsentativen Mitgliederbasis.

Über 1’300 Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten sind bereits Teil von PROphysio. Warum ist es gerade jetzt so wichtig, weiter zu wachsen?

Über 1’300 Mitglieder in vier Monaten sind ein starkes Signal. Aber wir sind noch nicht am Ziel.

Mitglieder sind unsere wichtigste politische Legitimation. Je mehr Physiotherapeutinnen, Physiotherapeuten und Praxen hinter PROphysio stehen, desto weniger können Politik, Behörden und Tarifpartner diese Stimme übergehen.

Wachstum ist deshalb keine reine Kennzahl. Es entscheidet mit darüber, ob PROphysio künftig am Verhandlungstisch sitzt und die Rahmenbedingungen der Physiotherapie aktiv mitgestalten kann.

Was können unsere bestehenden Mitglieder dazu beitragen?

Unsere Mitglieder können jetzt einen entscheidenden Beitrag leisten. Sprecht in euren Praxen und persönlichen Netzwerken über PROphysio. Erzählt, weshalb ihr Mitglied geworden seid, und nehmt Kolleginnen und Kollegen an einen PROphysio-Connect-Anlass mit.

Praxisinhaberinnen und Praxisinhaber können zusätzlich prüfen, ob eine Kollektivmitgliedschaft für ihr Team sinnvoll ist. So gewinnen wir nicht nur einzelne Mitglieder, sondern verankern PROphysio breiter in den Praxen.

Was hat für uns in den kommenden Monaten oberste Priorität?

Unsere erste Priorität bleibt, zu verhindern, dass die eingereichte Tarifstruktur per 1. Januar 2027 in dieser Form in Kraft tritt.

Gleichzeitig wurde PROphysio nicht für einen einzigen Tarifentscheid gegründet. Die Physiotherapie braucht langfristig eine starke fachliche, politische und tarifliche Vertretung. Deshalb bringen wir einen eigenen Vorschlag für ein zukunftsfähiges Tarifmodell ein, das Qualität und Wirksamkeit fördert und wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen schafft.

Parallel bauen wir den Verband, unsere Dienstleistungen und die Zusammenarbeit mit Mitgliedern und Partnern weiter aus. Unser Ziel ist klar: PROphysio soll dauerhaft mitgestalten, wenn über die Zukunft der Physiotherapie entschieden wird.